INTERNATIONALE RACHMANINOV - GESELLSCHAFT e.V.


         Kritiken

 

28. OKTOBER 2013, DARMSTÄDTER ECHO

Mozart in geheimer Mission

Klavierabend – Vergnügliches Doppel im Kennedy-Haus mit Ohrwürmern und Filmmusik

Die Pianistinnen Elena Eurich und Anna Scheps lieferten sich auf Einladung der Rachmaninov- Gesellschaft im Kennedy-Haus ein vergnügliches Doppel, bei dem Klassik und Moderne, Klaviermusik und Filmmelodien sich zwanglos begegneten. Der Erlös des Konzerts kommt dem Rachmaninov-Klavierwettbewerb zugute.

VON KLAUS TRAPP

DARMSTADT. Unter das Motto „Piano meets Movie“ stellte die Rachmaninov-Gesellschaft ihren Konzertabend am Samstag im Kennedy-Haus, nachdem die eigentlich für den Abend engagierte Sopranistin Magdalena Hermann wegen eines Trauerfalls kurzfristig absagen musste. Die Pianistin Anna Scheps sprang ein, so dass man nun zwei Damen im Wechsel am Flügel erlebte.
Elena Eurich machte den Anfang mit beherzt dargebotenen Ohrwürmern aus Musical und Film („Notre dame de Paris“ – „Love Story“), gemischt mit Reißern wie dem Säbeltanz von
Chatschaturjan oder dem Türkischen Marsch von Mozart in einer pianistisch einfallsreich aufgepeppten Version von Arkadij Volodas. Höhepunkt des ersten Programmteils war die zweite Ungarische Rhapsodie von Franz Liszt, von Elena Eurich auf eigenwillige Weise, mit viel Gefühl und Temperament dargeboten.Filmmelodien in virtuosen Arrangements Die aus Moskau stammende, heute in Würzburg lebende Pianistin Anna Scheps geht eigene Wege, wenn sie bei ihren Auftritten einen Bogen von anspruchsvoller Klavierliteratur zu virtuosen Filmmelodie-Arrangements schlägt. So begann sie nach der Pause mit zwei originalen Stücken aus der Reihe „Märchen“ von Nikolai Medtner, dem russischen, mit Rachmaninov befreundeten Komponisten. Sie beherrscht das Filigran dieser Stücke ebenso elegant und sicher wie den vertrackten Klaviersatz der „Polka de W.R.“, in der Rachmaninov einen alten Salon-Hit namens „Lachtäubchen“ aufs ironische Korn genommen hat.
Mit bildhaft rauschenden Anklängen an „Pearl Harbour“, „Gladiator“ oder „Fluch der Karibik“ ging’s weiter bis zu Paul McCartneys „Live and let die“, einem eingängigen Song, der James Bond auf den Leib geschneidert ist.
Viel Applaus gab es für beide Interpretinnen im gut besetzten Vortragssaal.