INTERNATIONALE RACHMANINOV - GESELLSCHAFT e.V.


         Kritiken

 

13. April 2010

Kräftemessen am Klavier

Künstlernachwuchs: Die Preisträger des von der Darmstädter Rachmaninov-Gesellschaft organisierten Frankfurter Wettbewerbs setzen Maßstäbe -
61 Pianisten aus 20 Ländern


Nach sechs Tagen intensiven künstlerischen Kräftemessens fand der 2. Internationale Rachmaninov-Klavierwettbewerb für junge Pianisten am Sonntag an Dr. Hochs Konservatorium in Frankfurt einen hochkarätigen Abschluss. Mehr als 60 Pianisten aus 20 Ländern hatten an dem von der Darmstädter Rachmaninov-Gesellschaft organisierten Wettbewerb teilgenommen.
Zehn von ihnen bestritten das Preisträgerkonzert im Clara-Schumann-Saal. Die geringe Besucherresonanz stand in bedauerlichem Gegensatz zum hohen Niveau, das die überwiegend aus Russland und Georgien stammenden Preisträger zeigten.
Ein impulsives Tastenfeuerwerk zündete zum Konzertauftakt die 17 Jahre alte Meng Ling Chen (5. Preis) aus China, die Nikolai Medtners temperamentvolle ,,Danza Festiva" mit leuchtkräftigen Klangfarben akzentuierte. In der Altersgruppe von 15 bis 17 ließ neben Felicia Donis berührender Interpretation von Tschaikowkys ,,Barcarolle" (2. Preis) vor allem das ausdrucksvolle Spiel von Anatasia Boyko (3. Preis) aufhorchen. Mit kraftvoll geschmeidigem Anschlag verlieh sie Rachmaninovs Etude-Tableau op. 39/9 zarten Schmelz und funkensprühende Dramatik. Für ihre eindringliche Interpretationskunst wurde sie mit dem Publikumspreis belohnt.
Den mit 2000 Euro dotierten 1. Preis gewann die 1993 geborene Georgierin Tamar Midelashvili, deren geschliffene Spielweise wunderbar natürlich und veredelt zugleich wirkte. In raffinierter Dosierung verband sie in Prokofievs Scherzo op. 12/10 filigranes Piano mit emphatisch auftrumpfender Durchschlagskraft.
Durch feurige Virtuosität bestach in der Altersgruppe von 18 bis 21 der Moskauer Dmitry Masleev, der mit dem 3. Preis und dem Rachmaninovpreis ausgezeichnet wurde. Allerdings fehlte seiner akrobatischen Interpretation des Scherzos aus Mendelssohns Sommernachtstraum bei aller versierten Spielkunst die nötige Emotionalität. 2. Preisträger war der Belgier Florian Noack (20), der für seine gefühlvolle und nuancenreiche Gestaltung von Medtners ,,Rusalka" mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde.
Einen furiosen Schlusspunkt setzte die 1989 in Kasan geborene Russin Elena Los. Die Gewinnerin des mit 4000 Euro dotierten 1. Preises begeisterte das Publikum in Rachmaninovs feinnervig intoniertem Prelude op. 23/9 mit einer hochvirtuosen Mischung aus beredter Klangmagie und heftigen