INTERNATIONALE RACHMANINOV - GESELLSCHAFT e.V.


         Kritiken

 

DIENSTAG, 31 MÄRZ 2009

Mit begeistertem Applaus

Kirill Yashin

Klassik: Russische Pianist Kirill Yashin wieder in Darmstadt.

VON ELSE BÜHLER UND CHRISTINA HAAS

DARMSTADT. In Darmstadt ist er kein Unbekannter: Vor einem Jahr ließ er als 3. Preisträger beim I. Internationalen Rachmaninov-Klavierwettbewerb für junge Pianisten aufhorchen. Man durfte also auf die Weiterentwicklung des knapp 21-jährigen gespannt sein. Diese Erwartungen hat der junge Russe bestens erfüllt. Es war erstaunlich, welch äußerst anspruchsvolle und hochinteressante Werke er dem erfreulich großen Auditorium präsentierte.

Mit Beethovens Es-Dur Sonate „Les Adieux“, die alles andere als ein „Aufwärmstück“ ist, eröffnete Yashin das knapp 2-stündige Programm. Zwar hatte er anfänglich noch etwas Mühe mit der feinabgestimmten Dosierung seines Anschlags, doch bei Hindemiths 2. Klaviersonate war davon nichts mehr zu bemerken. Mit feinem Gespür lotete der Pianist die Hintergründigkeit dieser kurzen Komposition aus, die Hindemith selbst als den „kleinen Bruder“ seiner 1. Klaviersonate bezeichnete.

Mit Chopins Ballade Nr. 4 f-moll gelang Yashin der erste Höhepunkt des Abends. Es war beeindruckend, mit welcher Ausdrucksstärke und Reife er die kontrastierenden Stimmungen herausarbeitete und die Zuhörer bezauberte.

Zuschauer

Ähnlich faszinierend war seine Interpretation der drei Stücke „Estampes“ (Pagoden / Ein Abend in Granada / Gärten im Regen) von Claude Debussy, dem Vorreiter des Impressionismus. In den Klangfarben nuancenreich und fein schattiert zeichnete er diese Tongemälde nach. Prokofievs „Sarcasmes“ Op. 17 erfuhren bei Yashin eine sehr pointierte Deutung, indem er die einzelnen Stücke, die z. T. mit skurrilen Titeln überschrieben sind, kontrastreich gegeneinander absetzte. Er betonte einerseits die elementare Kraft dieser Musik, andererseits hob er den Witz und die Ironie, die immer wieder aufblitzen, plastisch hervor.

Zwei „Etudes tableaux“ aus Op. 39 von S. Rachmaninov, dem „Urvater“ der Veranstaltungsreihe, bildeten den Schlusspunkt des Programms. Hier konnte der hoch-talentierte Pianist noch einmal seine technische Brillanz sowie seine besondere Affinität zur russischen Spätromantik unter Beweis stellen.

Das Publikum reagierte mit begeistertem Applaus, für den sich Yashin mit einer besonders anrührenden Interpretation eines Nocturnes von Tschaikowsky bedankte.