INTERNATIONALE RACHMANINOV - GESELLSCHAFT e.V.


         Kritiken

 

FREITAG, 27. MÄRZ 2009, DARMSTÄDTER ECHO

Freudiges Wiedersehen

Vorschau: Der russische Pianist Kirill Yashin spielt am Samstag im Kennedyhaus bei der Darmstädter Rachmaninow-Gesellschaf

VON hz

DARMSTADT. Er ist gerade mal 21 Jahre alt, der bereits mehrfach ausgezeichnete russische Pianist Kirill Yashin. Er kommt auf Einladung der Darmstädter Rachmaninow-Gesellschaft am Samstag (28.) ins Kennedyhaus. Im vergangenen Jahr errang er den dritten Preis beim ersten internationalen Rachmaninow-Klavierwettbewerb in Darmstadt. Damals wurde sein weiches, abgerundetes und gesanglich-zartes wie klangpoetisches Spiel gerühmt.

In seinem Konzert bietet der zurzeit in Detmold studierende Instrumentalist ein stilistisch breit gefächertes Programm. Er beginnt mit Beethovens Sonate Es-Dur Op. 81 a „Les adieux“ – das Lebewohl erklingt buchstäblich wie ein Motto gleich zu Beginn in hornrufartigen Tönen. Das Finale dieses affektgeladenen Werks steht dann für das freudige Wiedersehen. Mit der Idee der Sonate, wie auch Beethoven von einer eher erzählerischen Seite, spielt auch Chopins f-Moll-Ballade Op. 52, die am Ende in pianistische Raffinessen ausbricht.

Geschichten erzählen auch die „Estampes“ von Debussy – oder sind es pianistische Grafiken, die feinsinniges Spiel erfordern? Manches erinnert an die Kunst der barocken französischen Cembalisten, vor allem im letzten Stück, einer Toccata, die den Garten im Regen umschreibt. Spielerisch und elegant, fast schon klassizistisch in der Motivarbeit wirkt die 1936 entstandene zweite Klaviersonate Hindemiths. In seinen „Sarcasms“ Op. 17 gelingt Prokofjew das Kunststück, Destruktion und Konstruktion zusammenzubringen. Deutlich ist auch der Einfluss Skrjabins zu spüren, den der neusachliche Komponist verinnerlicht hat. Zugleich scheint er mit beißendem Spott über allem erhaben zu sein.

Zum Schluss erweist der junge Pianist, der am Sonntag (29.) 21 Jahre alt wird, mit zwei Stücken aus den „Etudes-tableaux“ Op. 39 von 1917 Rachmaninow Reverenz. Die Stücke sind eine Mischung aus Konzertetüde und sinfonischer Dichtung, denn bei Rachmaninow schwingen stets auch sich selbst bespiegelnde Inhalte mit, die stark von der Psyche des Komponisten beeinflusst sind.