INTERNATIONALE RACHMANINOV - GESELLSCHAFT e.V.


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DONNERSTAG, 26. FEBRUAR 2009, DARMSTÄDTER ECHO

Veränderung ist alles

Ausblick - Die Pianistin Anna Tyshayeva spielt in ihrem Klavierabend am Samstag im Darmstädter Kennedyhaus Werke von Rameau, Mozart, Beethoven und Mendelssohn Bartholdy.

VON hz

DARMSTADT. Wie für die Chopin-Gesellschaft ist auch für die in Darmstadt ansässige Rachmaninov-Gesellschaft ein fundamen­tales Ziel, junge und hochbegabte Musiker zu fördern. Aus diesem Grund wurde für Samstag (28.) die in Odessa (Ukraine) geborene junge Pianistin Anna Tyshayeva zu einem Konzert nach Darmstadt ins Kennedyhaus eingeladen. Die Menuhin-Stipendiatin und Preis­trägerin zahlreicher internationa­ler Wettbwerbe, darunter den ers­ten Preis der Darmstädter Da-Ponrte-Stiftung, lebt in Frankfurt und bildet sich an der Solisten­klasse von Leonid Dorfman in Trossingen weiter fort.

Für ihren Klavierabend bei der Rachmaninow-Gesellschaft hat sie ein abwechslungsreiches und originelles Programm zusammen­gestellt, das unter dem Motto „Die Kunst der Variationen" steht. Denn was den Zuhörer am meis­ten reizt, das sind die vielfachen Veränderungen, denen die Musik unterworfen wird, woran aber auch die Interpreten einen we­sentlichen Anteil haben.
So dokumentiert sie in ihrem Klavierabend diese musikalichste Kunst schlechthin. Angefangen bei Rameaus Gavotte mit ihren sechs Doubles – Veränderungen der einfacheren Art, worin das Them immer noch gut erkennbar ist - zu Mozarts selten gespielen Variaitionen über Gretrys Chor­stück „Dieu d'amour" bis hin zu Beethovens später E-Dur-Sonate Op. 109, worin die Kunst der Ver­änderung, basierend auf kleinsten Keimzellen, auf die Spitze getrie­ben wird.
Der zweite Teil ist Mendels­sohn Bartholdy zu dessen 200. Geburtstag gewidmet. Aus seinem umfangreichem Werk hat die Pianistin Präludium und Fuge Nr. 1, drei „Lieder ohne Worte" und die „Variations serieuses" Op. 54 ausgewählt. Kompositionen, die scheinbar leichtgängig klingen, aber äußerste Kunstfertigkeit verlangen.