INTERNATIONALE RACHMANINOV - GESELLSCHAFT e.V.


         Kritiken

 

SAMSTAG, 18. APRIL, 2009, DARMSTÄDTER ECHO

Mephisto tanzt wieder

Vorschau: Daniel Röhm spielt diesen Samstag bei der Darmstädter Rachmaninov-Gesellschaft

VON hz

DARMSTADT. Für den 1974 in Böblingen geborenen Pianisten Daniel Röhm ist Franz Liszt ein Name, der ihm die Weichen gestellt haben dürfte. So gewann der Meisterschüler von Gerhard Oppitz den Liszt-Wettbewerb in Weimar, und er betreut seit Sommersemester 2008 eine Klavierklasse an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar. Auch bei seinem Konzert an diesem Samstag (18.) auf Einladung der Rachmaninow-Gesellschaft in Darmstadt steht Liszt im Mittelpunkt seines Klavierabends im Kennedyhaus.

Zwei Werke des Klavier-Giganten aus dem 19. Jahrhundert wird er interpretieren: die Variationen über „Weinen, klagen, sorgen, zagen“ nach der Bach-Kantate BWV 29, die Liszt ursprünglich unter dem Eindruck des Todes seiner Tochter Blandine (1862) für Orgel komponiert hatte und dann für Klavier bearbeitet hat, sowie den „Mephistowalzer“ Nr. 1. Der Walzer ist die Klavierbearbeitung des Orchesterstücks „Der Tanz in der Dorfschenke“. Faust betritt hier mit Mephisto ein Gasthaus, wo der Teufel einem Spielmann die Geige entreißt.

Fünf recht bildhaft wirkende Präludien von Sergej Rachmaninov aus Op. 23 (Nr. 4–6) und Op. 32 (Nr. 10 und 12) eröffnen den Klavierabend. Zum Abschluss spielt Röhm Schuberts Sonate c-Moll (D 956), die im Todesjahr (1828) des Komponisten entstanden ist und in den vier Sätzen die für diesen Musiker typischen Tonfälle ausbreitet. Anknüpfend an Beethoven wirkt der erste Satz grenzüberschreitend wie die Sonate Op. 111 des Vorbildes. Während der langsame Satz raffinierte harmonische Wendungen bis hin zur Austauschbarkeit der Tonarten auskostet. Ein liedhaftes Rondo-Finale folgt einem fast allzu simplen Menuett.